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Nachteil als Chance

18.10.2008 | SN

Lebensmut. Marianne Hengl ist schwer behindert. Jetzt schrieb sie ihr drittes Buch. Der Titel: "Ich liebe mein Leben".

Anton KaindlWeissbach (SN). Marianne Hengl aus Weißbach bei Lofer sitzt wegen einer angeborenen Gelenkversteifung an allen vier Gliedmaßen im Rollstuhl. Sie kann nicht ohne Hilfe essen und sich auch nicht allein anziehen. Nur mit Mühe erlernte sie das Schreiben.

Dennoch hat diese Frau Unglaubliches geschafft. Sie arbeitet als Sekretärin in einer Tiroler Behindertenschule, organisiert Behindertenreisen, hat eine eigene Werbeagentur und ist Geschäftsführerin des Vereins RollOn in Salzburg. Und jetzt hat die Pinzgauerin ihr drittes Buch geschrieben. Der Titel des autobiografischen Werkes lautet "Ich liebe mein Leben. Handicap als Chance". Und wer Hengl kennt, weiß, dass dieser Titel ehrlich gemeint ist.

"Ich will, dass man in schlimmen Dingen auch die großen Chancen erkennt", erklärt die Autorin. "Wenn man nur das Negative sieht und sich in ein Loch fallen lässt, vertut man diese Chance." Aber man müsse die Zähne zusammenbeißen und kämpfen." "Und auch andere Menschen können eine große Chance sein", sagt Hengl. "Wenn sie mir sagen, ich liebe dich so, wie du bist, wenn sie mir etwas zutrauen und an mich glauben."

In dem Buch stehen auch Erfahrungen von Menschen, die mit Hengl arbeiten. "Da steht auch drin, wie nervig ich sein kann", sagt Hengl. "Wegen der Behinderung muss mein ganzes Leben organisiert sein. Das ist nicht immer leicht. Ich muss hartnäckig sein."Schon das nächste Projekt Inzwischen arbeitet die Pinzgauerin schon an ihrem nächsten Projekt. Sie gründete die Organisation "Familie spricht" und bringt Angehörige von Schwerstbehinderten mit Politikern zusammen, damit sie auf ihre Sorgen aufmerksam machen können. Der nächste Termin ist am Dienstag, 11. November, um 18.30 Uhr im Brunauer-Zentrum in der Stadt Salzburg. Am Mittwoch, 29. Oktober, stellt Hengl in St. Johann ihr neues Buch vor.